Mittwoch, 5. November 2014

GDL im Dauertief: Nicht jede Forderung ist plausibel kommunizierbar

Die Lokführergewerkschaft GDL hat es Anfang November 2014 wieder einmal geschafft. Durch den Abbruch der Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn AG hat die GDL bei allen Pressemeldungen den Schwarzen Peter bekommen. Als wäre das nicht schlimm genug, hat sich die Gewerkschaft erneut auf ihr Streikrecht besonnen und lange Streiks ohne konkreten Zeitpunkt angekündigt. Damit werden weitere Sympathiepunkte, sofern sie überhaupt noch vorhanden sind, verspielt.


Besonders problematisch an diesem Beispiel ist vor allem das schwer kommunizierbare Ziel der Streiks. Die GDL pocht auf das Recht als „Gewerkschaft der Lokführer“ auch andere Berufsgruppen vertreten zu können. Hier zeigt sich wieder einmal, dass man sich gut überlegen muss, welche Forderungen tatsächlich für Außenstehende nachvollziehbar sind. Dies gilt unabhängig von der internen Sichtweise. Solche Probleme haben viele Berufsgruppen, wenn es um Detailregulierungen ihres Berufsstands geht. Wenn Universitätsprofessoren neun statt acht Wochenstunden Pflichtlehrdeputat als Dienstpflicht haben, dann führt das auch nicht zu einer Begeisterung der Betroffenen, aber man kann dieses Thema wohl kaum in der Öffentlichkeit diskutieren. Überlegen Sie sich daher gut, ob und wie Ihr Thema auch für Außenstehende verständlich wird. Der einzige positive Effekt für die GDL ist im Moment die Steigerung der Bekanntheit, aber das allein hilft bekanntlich auch nicht weiter. 

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